Steckerspeicher in der Mietwohnung – ohne Balkonkraftwerk
Ein Steckerspeicher ohne Solarmodule ist in der Mietwohnung meist die einfachste Speicherlösung überhaupt: Es wird nichts an der Fassade montiert und nichts gebohrt, und beim Umzug nimmst du ihn mit. Damit er sich lohnt, brauchst du aber drei Dinge: einen dynamischen Tarif, ein intelligentes Messsystem und einen Speicher, der zu deinem Verbrauch passt.
Darf ich als Mieter einen Steckerspeicher aufstellen?
Ein Speicher ohne Solarmodule ist ein Elektrogerät in deiner Wohnung. Anders als bei einem Balkonkraftwerk gibt es keine bauliche Veränderung an Balkon oder Fassade. Trotzdem empfehlen wir:
- Vermieter informieren. Ein Speicher, der Strom ins Hausnetz abgibt, ist kein Toaster. Eine kurze schriftliche Info vermeidet Streit, etwa wenn der Zähler getauscht werden muss.
- Im Marktstammdatenregister anmelden. Speicher mit Einspeisung ins Hausnetz sind anmeldepflichtig. Das ist online, kostenlos und in wenigen Minuten erledigt.
- Hausratversicherung informieren. Ein kurzer Hinweis auf ein LiFePO4-Speichergerät erspart Diskussionen im Schadensfall.
- Bei 800 W bleiben. An einer normalen Schuko-Steckdose ist die Abgabe auf 800 W begrenzt. Mehr erfordert einen Festanschluss – in der Mietwohnung praktisch nur mit Zustimmung des Vermieters.
Die Voraussetzung, die fast alle übersehen: das Messsystem
Ein Speicher ohne Solar verdient nur, wenn du für Strom zu verschiedenen Zeiten unterschiedlich viel zahlst. Das klappt nur mit einem dynamischen Tarif und einem intelligenten Messsystem (iMSys), das deinen Verbrauch viertelstündlich misst. Ohne iMSys rechnen Anbieter wie Tibber nach einem Standardlastprofil ab – dann bringt das Verschieben in günstige Stunden nichts.
Als Mieter kannst du den Einbau eines intelligenten Messsystems beim Messstellenbetreiber verlangen. Die laufenden Kosten sind gesetzlich gedeckelt. Einmalige Kosten und Wartezeit hängen vom Betreiber ab – frag vorher konkret nach.
Die besten Speicher für die Mietwohnung
Zendure SolarFlow 2400 AC+
Kompakt, mit rund 700 € überschaubare Investition, Notstrom an Bord. Für typische Mieterhaushalte unter 2.500 kWh/Jahr ist die Kapazität genau richtig. Beim Umzug in Minuten abgebaut.
Test-AuswertungPreis bei Amazon* Werbungim Hersteller-Shop* WerbungMarstek Venus E 3.0
Lohnt sich, wenn ihr zu dritt oder zu viert über 3.000 kWh verbraucht. Deutlich schwerer als kleine Balkonspeicher – vor dem Kauf Stellplatz oder Wandmontage klären.
Test-AuswertungPreis bei Amazon* Werbungbeim Hersteller WerbungEcoFlow STREAM AC Pro
Frei aufstellbar, wohnzimmertauglich, Tibber direkt wählbar. Wirtschaftlich die schwächste Wahl, dafür klein und unauffällig.
Test-AuswertungPreis bei Amazon* Werbungbeim Hersteller WerbungWas ein Mieterhaushalt realistisch spart
| Modell | 1.500 kWh/Jahr | 2.500 kWh/Jahr | 3.500 kWh/Jahr | mit §14a Modul 3 (3.500 kWh) |
|---|---|---|---|---|
| Zendure SolarFlow 2400 AC+ | 34 €/Jahr | 49 €/Jahr | 49 €/Jahr | 147 €/Jahr |
| Marstek Venus E 3.0 | 36 €/Jahr | 70 €/Jahr | 104 €/Jahr | 286 €/Jahr |
Bei kleinen Haushalten ist die Ersparnis begrenzt, weil in den teuren Stunden wenig verbraucht wird. Wer unter 1.500 kWh/Jahr liegt, sollte vor dem Kauf im Rechner prüfen, ob sich ein Speicher überhaupt lohnt.
Häufige Fragen
Ein Speicher ohne Solarmodule erfordert keine bauliche Veränderung. Weil er Strom ins Hausnetz abgibt und eventuell ein Zählertausch nötig ist, solltest du den Vermieter trotzdem informieren. Im Zweifel hilft der Mieterverein.
Nur mit dynamischem Tarif und intelligentem Messsystem. Dann spart ein 2,4-kWh-Speicher bei 2.500 kWh Jahresverbrauch in unserer Beispielrechnung rund 50 € pro Jahr.
Ja, Speicher mit Einspeisung ins Hausnetz gehören ins Marktstammdatenregister. Das ist online und kostenlos.