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Unabhängiger Rechner – Spot-Preis & FCR ohne Solaranlage
Autor: Igor Kazazic · Zuletzt aktualisiert: 17.09.2026
Rechner / Dynamischer Tarif + Batteriespeicher Rechner

Dynamischer Tarif + Batteriespeicher Rechner

Die Grundformel für Spot-Preis-Arbitrage mit Batteriespeicher: (Verkaufspreis − Einkaufspreis − Steuern/Abgaben) × Speicherkapazität × Zyklen pro Jahr × Wirkungsgrad. Diese Seite erklärt jede Variable und zeigt, warum die Formel in der Praxis oft optimistischer aussieht, als sie ist.

Interaktiver Rechner: dein Fall, deine Annahmen

Tipp: Trag hier deinen tatsächlichen Tarif-Spread ein (schau in deiner Tibber-/Awattar-App nach dem üblichen Tages-Unterschied) statt dich auf den Live-Durchschnitt vom Haupt-Rechner zu verlassen.

Die Formel im Detail

Jahresertrag (ct) = (Spread − Steuern/Abgaben − Netzentgelt-Anteil) × kWh-Kapazität × Zyklen/Jahr × Wirkungsgrad

VariableTypischer WertWarum das schwankt
Spread (Preisdifferenz Kauf/Verkauf)10–25 ct/kWhAbhängig von Wetter (Wind/Solar-Einspeisung), Wochentag, Jahreszeit
Steuern & Abgabenca. 3 ct/kWhFällt auf jede bezogene kWh an, unabhängig vom Börsenpreis
Netzentgelt-Anteilca. 2 ct/kWhRegional unterschiedlich je Netzbetreiber
Zyklen pro Jahr150–350Nicht jeden Tag lohnt sich ein voller Lade-/Entladezyklus
Wirkungsgrad85–95%Herstellerabhängig, sinkt mit Batteriealter

Warum die Realität meist unter der Modellrechnung liegt

Datenquelle für den Rechner

Der Live-Rechner auf der Startseite lädt stündliche Day-Ahead-Preise für die Gebotszone DE-LU direkt über die öffentliche Awattar-API. Fällt die API aus, zeigt der Rechner automatisch den letzten erfolgreichen Abruf oder ein klar gekennzeichnetes Beispielprofil – nie unmarkierte Fantasiezahlen.

Live-Rechner ausprobieren:
Mit aktuellen Spot-Preisen rechnen →

Tibber vs. Awattar: Welcher dynamische Tarif passt?

Tibber und Awattar sind die zwei bekanntesten dynamischen Stromtarif-Anbieter in Deutschland und beide eine gängige Basis für die Arbitrage-Rechnung oben. Beide nutzen den EPEX-Spot-Day-Ahead-Markt für die Gebotszone DE-LU, bieten stündlich wechselnde Preise und stellen APIs zur Automatisierung bereit.

KriteriumTibberAwattar
Hardware-ÖkosystemEigene Geräte (Tibber Pulse zur Verbrauchsmessung, App-Integrationen)Fokus auf offene API, oft mit Drittanbieter-Hardware kombiniert
App-FunktionenDetaillierte Verbrauchsauswertung, smarte SteuerungsfunktionenSchlankere App, API-first-Ansatz für technisch versierte Nutzer
Grundgebühren und Aktionsangebote ändern sich bei beiden Anbietern häufig – vergleiche die aktuellen Preisseiten direkt, bevor du dich entscheidest.

Für die reine Arbitrage-Rechnung mit einem Batteriespeicher zählt weniger der Anbietername als: (1) wie granular die Preise sind (stündlich ist Standard bei beiden), (2) die Grundgebühr im Verhältnis zum erwarteten Arbitrage-Gewinn, und (3) ob eine API-Anbindung an deinen Speicher existiert.

Automatisierung: wie du Laden/Entladen tatsächlich nach Preis steuerst

Die Arbitrage-Formel ist nur die halbe Miete – ohne Automatisierung müsstest du täglich manuell laden und entladen, was in der Praxis niemand konsequent durchhält. Drei realistische Wege zur Automatisierung:

WegWie es funktioniertFür wen geeignet
Hersteller-App mit Preis-ZeitplanViele Speicher (z.B. Zendure, Marstek, neuere Anker-Modelle) haben eine eingebaute KI/Zeitplan-Funktion, die auf Basis von Strompreis-APIs automatisch lädt/entlädtDie meisten Nutzer – kein technisches Setup nötig
Home Assistant + eigene AutomatisierungOffene Smart-Home-Plattform, die per API Speicher steuert und auf Awattar/Tibber-Preisdaten reagiertTechnisch versierte Nutzer, die volle Kontrolle wollen
Tarifanbieter-eigene SteuerungTibber Pulse & Co. bieten teils direkte Gerätesteuerung im eigenen Ökosystem anNutzer, die bereits im jeweiligen Tarif-Ökosystem sind

Bevor du kaufst: Prüfe explizit, ob dein gewünschtes Speichermodell eine automatische Preis-Zeitplan-Funktion hat oder eine offene API/Home-Assistant-Integration bietet – ohne eines von beidem bleibt die Arbitrage-Rechnung theoretisch.

Änderungsprotokoll

Häufige Fragen

Welcher dynamische Tarif eignet sich am besten für Batteriespeicher?

Tarife mit stündlicher Preisauflösung und API-Zugang (z.B. Tibber, Awattar Hourly) eignen sich am besten, weil sich damit Lade-/Entladezeiten automatisieren lassen. Ein Vergleich findest du in unserem Tibber-vs-Awattar-Artikel.

Wie groß ist der realistische Preis-Spread pro Tag?

Das schwankt stark mit Wetter, Netzlast und Jahreszeit – an manchen Tagen 5 ct/kWh, an anderen über 30 ct/kWh. Für die Modellrechnung setzen wir konservativ ca. 20 ct/kWh Bruttospread an, siehe Live-Rechner auf der Startseite.

Verliere ich Geld durch Lade-/Entladeverluste?

Ja, jeder Speicher hat einen Wirkungsgrad unter 100% (meist 85-95%). Das reduziert den Arbitrage-Gewinn proportional und ist im Rechner als Wirkungsgrad-Regler eingerechnet.

Wie berechne ich meinen persönlichen Arbitrage-Gewinn mit Batteriespeicher?

Nutze die Formel auf dieser Seite mit deinem tatsächlichen Tarif-Spread, deiner Speichergröße und realistischer Zyklenzahl – oder trag deine Werte direkt in den Live-Rechner auf der Startseite ein.

Brauche ich ein Energiemanagementsystem für automatisches Laden nach Spotpreis?

Für konsequente Automatisierung ja – die meisten modernen Steckerspeicher-Apps oder Home-Assistant-Integrationen können das übernehmen.

Sind Tibber und Awattar für Batteriespeicher gleich gut geeignet?

Beide basieren auf dem gleichen Day-Ahead-Spotmarkt (EPEX Spot, Gebotszone DE-LU) und liefern stündliche Preise per App/API – für die reine Preisdatenbasis macht es kaum einen Unterschied. Unterschiede liegen eher bei Zusatzfunktionen und Grundgebühr.

Brauche ich spezielle Hardware für dynamische Tarife?

Für die reine Preisinformation nicht zwingend, aber um Speicher/Wallbox automatisch nach Preis zu steuern, ist ein Smart-Meter oder ein kompatibles Steuerungsgerät (z.B. Tibber Pulse) sehr hilfreich.

Kann ich meinen Speicher ohne technisches Vorwissen automatisieren?

Ja, bei den meisten aktuellen Modellen (siehe unseren Speicher-Vergleich) reicht die Hersteller-App mit eingebauter Preis-Zeitplan- oder KI-Funktion völlig aus – Home Assistant ist nur für Nutzer nötig, die mehr Kontrolle wollen.