Dynamischer Tarif + Batteriespeicher Rechner
Die Grundformel für Spot-Preis-Arbitrage mit Batteriespeicher: (Verkaufspreis − Einkaufspreis − Steuern/Abgaben) × Speicherkapazität × Zyklen pro Jahr × Wirkungsgrad. Diese Seite erklärt jede Variable und zeigt, warum die Formel in der Praxis oft optimistischer aussieht, als sie ist.
Interaktiver Rechner: dein Fall, deine Annahmen
Tipp: Trag hier deinen tatsächlichen Tarif-Spread ein (schau in deiner Tibber-/Awattar-App nach dem üblichen Tages-Unterschied) statt dich auf den Live-Durchschnitt vom Haupt-Rechner zu verlassen.
Die Formel im Detail
Jahresertrag (ct) = (Spread − Steuern/Abgaben − Netzentgelt-Anteil) × kWh-Kapazität × Zyklen/Jahr × Wirkungsgrad
| Variable | Typischer Wert | Warum das schwankt |
|---|---|---|
| Spread (Preisdifferenz Kauf/Verkauf) | 10–25 ct/kWh | Abhängig von Wetter (Wind/Solar-Einspeisung), Wochentag, Jahreszeit |
| Steuern & Abgaben | ca. 3 ct/kWh | Fällt auf jede bezogene kWh an, unabhängig vom Börsenpreis |
| Netzentgelt-Anteil | ca. 2 ct/kWh | Regional unterschiedlich je Netzbetreiber |
| Zyklen pro Jahr | 150–350 | Nicht jeden Tag lohnt sich ein voller Lade-/Entladezyklus |
| Wirkungsgrad | 85–95% | Herstellerabhängig, sinkt mit Batteriealter |
Warum die Realität meist unter der Modellrechnung liegt
- Nicht jeder Tag hat einen großen Spread. An sonnigen, windigen Tagen kann der Spot-Preis tagsüber sogar niedriger sein als nachts – dann lohnt sich kein Zyklus.
- Automatisierung ist Pflicht. Manuelles Laden/Entladen nach Preis ist unrealistisch; du brauchst eine Steuerung, die auf Tarif-APIs reagiert (viele Steckerspeicher-Hersteller bieten das inzwischen an).
- Degradation. Jeder Ladezyklus nutzt die Batterie geringfügig ab – die meisten LFP-Zellen halten aber 4.000–6.000 Zyklen bei moderatem Kapazitätsverlust.
Datenquelle für den Rechner
Der Live-Rechner auf der Startseite lädt stündliche Day-Ahead-Preise für die Gebotszone DE-LU direkt über die öffentliche Awattar-API. Fällt die API aus, zeigt der Rechner automatisch den letzten erfolgreichen Abruf oder ein klar gekennzeichnetes Beispielprofil – nie unmarkierte Fantasiezahlen.
Mit aktuellen Spot-Preisen rechnen →
Tibber vs. Awattar: Welcher dynamische Tarif passt?
Tibber und Awattar sind die zwei bekanntesten dynamischen Stromtarif-Anbieter in Deutschland und beide eine gängige Basis für die Arbitrage-Rechnung oben. Beide nutzen den EPEX-Spot-Day-Ahead-Markt für die Gebotszone DE-LU, bieten stündlich wechselnde Preise und stellen APIs zur Automatisierung bereit.
| Kriterium | Tibber | Awattar |
|---|---|---|
| Hardware-Ökosystem | Eigene Geräte (Tibber Pulse zur Verbrauchsmessung, App-Integrationen) | Fokus auf offene API, oft mit Drittanbieter-Hardware kombiniert |
| App-Funktionen | Detaillierte Verbrauchsauswertung, smarte Steuerungsfunktionen | Schlankere App, API-first-Ansatz für technisch versierte Nutzer |
Für die reine Arbitrage-Rechnung mit einem Batteriespeicher zählt weniger der Anbietername als: (1) wie granular die Preise sind (stündlich ist Standard bei beiden), (2) die Grundgebühr im Verhältnis zum erwarteten Arbitrage-Gewinn, und (3) ob eine API-Anbindung an deinen Speicher existiert.
Automatisierung: wie du Laden/Entladen tatsächlich nach Preis steuerst
Die Arbitrage-Formel ist nur die halbe Miete – ohne Automatisierung müsstest du täglich manuell laden und entladen, was in der Praxis niemand konsequent durchhält. Drei realistische Wege zur Automatisierung:
| Weg | Wie es funktioniert | Für wen geeignet |
|---|---|---|
| Hersteller-App mit Preis-Zeitplan | Viele Speicher (z.B. Zendure, Marstek, neuere Anker-Modelle) haben eine eingebaute KI/Zeitplan-Funktion, die auf Basis von Strompreis-APIs automatisch lädt/entlädt | Die meisten Nutzer – kein technisches Setup nötig |
| Home Assistant + eigene Automatisierung | Offene Smart-Home-Plattform, die per API Speicher steuert und auf Awattar/Tibber-Preisdaten reagiert | Technisch versierte Nutzer, die volle Kontrolle wollen |
| Tarifanbieter-eigene Steuerung | Tibber Pulse & Co. bieten teils direkte Gerätesteuerung im eigenen Ökosystem an | Nutzer, die bereits im jeweiligen Tarif-Ökosystem sind |
Bevor du kaufst: Prüfe explizit, ob dein gewünschtes Speichermodell eine automatische Preis-Zeitplan-Funktion hat oder eine offene API/Home-Assistant-Integration bietet – ohne eines von beidem bleibt die Arbitrage-Rechnung theoretisch.
Änderungsprotokoll
- 17.09.2026: Tibber-vs-Awattar-Vergleich aus eigener URL integriert; FCR-Terminologie korrigiert.
Häufige Fragen
Tarife mit stündlicher Preisauflösung und API-Zugang (z.B. Tibber, Awattar Hourly) eignen sich am besten, weil sich damit Lade-/Entladezeiten automatisieren lassen. Ein Vergleich findest du in unserem Tibber-vs-Awattar-Artikel.
Das schwankt stark mit Wetter, Netzlast und Jahreszeit – an manchen Tagen 5 ct/kWh, an anderen über 30 ct/kWh. Für die Modellrechnung setzen wir konservativ ca. 20 ct/kWh Bruttospread an, siehe Live-Rechner auf der Startseite.
Ja, jeder Speicher hat einen Wirkungsgrad unter 100% (meist 85-95%). Das reduziert den Arbitrage-Gewinn proportional und ist im Rechner als Wirkungsgrad-Regler eingerechnet.
Nutze die Formel auf dieser Seite mit deinem tatsächlichen Tarif-Spread, deiner Speichergröße und realistischer Zyklenzahl – oder trag deine Werte direkt in den Live-Rechner auf der Startseite ein.
Für konsequente Automatisierung ja – die meisten modernen Steckerspeicher-Apps oder Home-Assistant-Integrationen können das übernehmen.
Beide basieren auf dem gleichen Day-Ahead-Spotmarkt (EPEX Spot, Gebotszone DE-LU) und liefern stündliche Preise per App/API – für die reine Preisdatenbasis macht es kaum einen Unterschied. Unterschiede liegen eher bei Zusatzfunktionen und Grundgebühr.
Für die reine Preisinformation nicht zwingend, aber um Speicher/Wallbox automatisch nach Preis zu steuern, ist ein Smart-Meter oder ein kompatibles Steuerungsgerät (z.B. Tibber Pulse) sehr hilfreich.
Ja, bei den meisten aktuellen Modellen (siehe unseren Speicher-Vergleich) reicht die Hersteller-App mit eingebauter Preis-Zeitplan- oder KI-Funktion völlig aus – Home Assistant ist nur für Nutzer nötig, die mehr Kontrolle wollen.